Von Dauerregen in Duisburg zu Sonnenschein in Roth

Vier Füchse bei verregneter IRONMAN 70.3 Premiere in Duisburg

Am vergangenen Wochenende fand nach einem Jahr Verzögerung die Erstausgabe des IRONMAN 70.3 Duisburg (parallel zum IRONMAN in Hamburg) statt. Unter den knapp 1500 Teilnehmern waren auch vier Triathlonfüchse. Gab es 2020 den Plan mit einer viel größeren Mannschaft im Ruhrpott anzutreten, halbierte sich leider das Füchserudel nach den ganzen coronabedingten Rennverschiebungen. So standen am Sonntag Thomas Weber, Steffen Herms, Torsten Schaaf und Christian Muths am Start an der Regattabahn im Sportpark Duisburg. Für Torsten, mit viel Neugier und Vorfreude angereist, sollte es die allererste Mitteldistanz werden. Thomas als Routinier, privat und beruflich zeitlich leicht unter Druck stehend und somit nicht optimal vorbereitet, freute sich dennoch auf den Wettkampf, soll er doch für ihn der Ersatz des IRONMAN Rügen 70.3 sein. 

Bei einem gemeinsamen Abendessen wurden vor dem Rennen die persönlichen Ziele abgesteckt. Spannend hier die Aussage von Steffen, dass er im Vorfeld kein Schwimmtraining absolvieren konnte. Aber, so viel sei vorweggenommen, durchgehalten hat er trotzdem. Leider versprach die Wettervorhersage für den Sonntag nichts Gutes. Und so kam es dann auch, es blieb bei der Hoffnung auf Trockenheit. Kurzfristig wurde der Start um eine halbe Stunde verschoben; die Polizei hatte die Radstrecke noch nicht freigegeben. Somit schwand dann auch die Hoffnung auf ein paar Kilometer trockene Radstrecke. Pünktlich, nachdem mit Christian der erste Fuchs das Wasser nach 1,9km Schwimmen wieder verlassen hatte, begann es zu regnen. Das Schwimmen in der Regattabahn (Kommentar des Veranstaltungssprechers: „Das längste Schwimmbad Nordrhein-Westfalens“), wo sonst üblicherweise Ruderer unterwegs sind, war wegen der einfachen Orientierung sehr angenehm. Nicht so angenehm war die Stunde Wartezeit für Torsten und Steffen, die sie auf Grund der Verschiebung nach hinten, in ihren Neoprenanzügen verharren mussten. Zu dieser Zeit noch trocken, beendeten sie jedoch dem Schwimmpart im Regen, wie auch Christian und Thomas. Raus aus dem Wasser, Neopren runter, die bereits durchnässten Socken und Radschuhe an und ab in den Regen! 

Das Radfahren auf der 90 km langen und überwiegend flachen Radstrecken (ca. 300hm), die aus zwei Runden bestand, musste dann bei kühlen Temperaturen komplett im Regen, teilweise strömend, absolviert werden. Die Kurven auf dem ersten Teil der Strecke sowie die vielen Pfützen und das stehende Wasser in den Spurrillen erforderten permanente Konzentration, um sturzfrei über die Strecke zu kommen. Es gab aber auch längere Passagen, die wunderbar in Aeroposition durchgedrückt werden konnten. Diese besonderen Bedingungen führten aber auch dazu, dass das Radfahren insgesamt sehr fair ablief. Niemand wollte durch zu dichtes Auffahren einen Sturz riskieren. Bei 17°C und Windböen war Thomas sichtlich erleichtert, die wohl schrecklichste Radfahrt in einem Wettkampf, nach 2h 44min überstanden zu haben. Torsten und Steffen, fast zeitgleich den Radpart beginnend, konnten sich zumindest noch gegenseitig motivieren, was ihre Laune trotz dessen nicht anhob. Mit 2h 30min legte Christian eine sehr gute Radzeit bei eher schlechten Bedingungen hin, sauber!

Der abschließende Halbmarathon führte über drei flache Runden um die Regattabahn und durch das Stadion des Fußballdrittligisten MSV Duisburg. Hier säumten dann auch zahlreiche Zuschauer die Strecke, die für die nötige Anfeuerung und Stimmung sorgten. Der Lauf wurde somit zu einer kurzweiligen Angelegenheit, zumindest für Christian, Torsten und Steffen. Für Thomas, durchgefroren und nach dem Radfahren muskulär angeschlagen, war es ein „Leidenslauf“. Krämpfe, Atembeschwerden und die nassen Klamotten machten jeden einzelnen Kilometer zur Qual. Auch das Anfeuern vom überholenden Vereinskollegen machte alles nicht besser. Sein Ziel was es durchzuhalten, NEVER DNF, welches er, auch hart erkämpft, erreicht und dann doch noch mit einem kleinen Lächeln die IRONMAN-Medaille in Empfang nehmen darf. 

Auch die anderen drei Füchse kamen strahlend und sicher im MSV-Stadion und somit im Ziel an. Sie waren mit ihren Leistungen durchweg zufrieden, auch wenn nicht alle persönlichen Zielstellungen erreicht wurden. In Anbetracht der Wetterbedingungen ist das locker zu verschmerzen.

Was bleibt? Neben einem amtlichen Muskelkater und die Freude über die eigenen Leistungen, leider auch der etwas fade Beigeschmack, dass IRONMAN in Duisburg, zumindest in diesem Jahr, eine Triathlonveranstaltung zweiter Klasse über die Bühne gebracht hat. Wie erwähnt fand zeitgleich der IRONMAN in Hamburg statt, Dies führte wohl dazu, dass in Duisburg nicht das volle „Besteck“ aufgefahren wurde. Vermutlich kam es nur in Hamburg zum Einsatz. So fehlten u.a. das beliebte IRONMAN-Merchandise-Zelt, Ausstattung in der Wechselzone sowie Sitz- und Umkleidemöglichkeiten im Nachzielbereich. Auch die Sport-Expo verdiente ihren Namen nicht. Dennoch hat der IRONMAN70.3 Duisburg aufgrund der Wettkampfstrecken durchaus Potential.

Torsten, der sich mühsam in den letzten Jahren mit dem Triathlonsport anfreundete, war nun glücklich über das Finishen seiner ersten Mitteldistanz. Das ungeliebte Schwimmen kann er weiterüben, bis er ganz sicher wieder an der Startlinie einer MD stehen. Seinen allergrößten Respekt spricht er allen Füchsen aus, die am kommenden Sonntag bei der Challenge in Roth die doppelte Distanz bewältigen wollen – nicht müssen.

Vorfreude, Sonnenschein und 25°C in Roth

Für Marco Grund, Matthias Ulrich, Ronald Schaffer, Melanie Wiechert, Karsten Thiede und Frank Weiße steht seit über zwei Jahren der Start bei dem Challenge Roth fest. Zweimal verschoben soll es am ersten Septembersonntag endlich soweit sein. Waren Marco, Melanie und Karsten vor zwei Jahren in Barcelona beim IRONMAN am Start, so soll es für Matthias und Ronald die erste Langdistanz werden. Die Vorfreude steigt, die Anspannung auch. Aber nicht nur das, auch die Temperatur steigt langsam an, sportlich heiße 25°C sind angesagt.

Karsten, der schon mehrere Langdistanz-Urkunden sammeln konnte, hat sich als Einziger der Füchse für die integrierte Europameisterschaft angemeldet und wird nun als Altersklassen-Athlet im Team Germany an den Start gehen. Nicht im Füchse-Einteiler auf der Strecke, könnte er für die verfolgenden Fans im Live-Stream im Deutschland-Outfit zu sehen sein. Für einen guten Zweck sammelt er in diesem Zusammenhang Spenden für die „St. Anna Kinderkrebsforschung“. Gern dürft ihr ihn dabei unterstützen. Weitere Informationen dazu findet ihr hier oder ihr sprecht ihn persönlich an.

Maximalen Spendenerfolg gewünscht und für alle in Roth startenden Füchse maximale Ergebnisse bei den 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen. Habt ganz viel Spaß, genießt es einfach – es wird unbeschreiblich, unvergesslich! 

Hier noch die Ergebnisse der Füchse beim IRONMAN70.3 Duisburg im Überblick

AKGesamtzeitSwimBikeRunPlatz AKPlatz Gesamt
Christian MuthsM35-394:51:34h35:27min2:30:51h1:37:30h39/196210/1420
Thomas WeberM40-445:41:09h41:06min2:44:14h2:07:45h139/200875/1420
Torsten SchaafM45-496:03:42h49:22min3:03:50h1:57:18h119/1441132/1420
Steffen HermsM50-546:03:56h51:45min2:54:57h2:03:39h141/1801134/1420
Großer Dank an Christian für die gute Zuarbeit!

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