Lisy na Bałtyku – Füchse an der Ostsee

Das ist Polnisch. Und so ging es für Melanie, Ronald und Matthias am 08. August in Gdynia an den Start einer IRONMAN 70.3-Mitteldistanz. Endlich mal wieder Wettkampfbedingungen und ein großes Teilnehmerfeld. In Vorbereitung auf die Langdistanz bei der Challenge Roth Anfang September war dies als weiterer Test für die Abläufe und zur Formüberprüfung gedacht.

Gdynia (rund 250.000 Einwohner) bildet mit dem Seebad Sopot und der hanseatischen Schönheit Gdansk die sogenannte „Dreistadt“ und gilt selbst als bedeutende Hafenstadt. Neben dem Hauptquartier der polnischen Kriegsmarine gibt es den zweitgrößten Containerhafen des Landes und die großen Kreuzfahrtschiffe legen hier ebenfalls an.

Um sich das alles und auch die Strecken mal in Ruhe anzusehen, reisten Melanie und Matthias bereits einige Tage früher an. Insbesondere der Radstreckencheck in der Kaschubei bot so manche überraschende Erkenntnis. Selbst ein so renommierter Veranstalter wie IRONMAN kann nicht zaubern. Schlaglöcher und Risse im Asphalt fanden sich zahlreich und waren auch in den wenigen Tagen bis zum Rennen nicht beseitigt. Hier galt es, die Flaschenhalter fest anzuziehen und auch die Flaschen selbst gut zu sichern.

Ronald reiste mit seiner Frau zwei Tage vor dem Rennen an. Zusammen ging es in die aufgepeitschte Ostsee – Wasser und Wellen testen. Es blieb die Hoffnung, dass es am Morgen des Wettkampftages deutlich ruhiger zugeht.

Der Samstag wurde für eine kurze Rad-Ausfahrt mit Test des Anstieges zur Kaschubei genutzt. Anschließend gab es noch den klassischen Pre-Race-Run. Am Nachmittag konnten die Räder und die gepackten Beutel in der Wechselzone abgegeben werden. Und es war nochmal Zeit am Strand die Seele baumeln zu lassen und etwas Sonne zu tanken. Letzteres schon in dem Wissen, wie sich das zum Start hin ändern sollte.

Am Wettkampftag gab es morgens gegen 5 Uhr noch einen schönen Sonnenaufgang an der Ostsee zu bewundern. Und dann war sie weg und es kam der angekündigte Starkregen. Schon eingehüllt in Neopren störte das weniger als die mäßigen Wellen. Um 6.30 Uhr erfolgte für die älteren Agegrouper (ja dazu zählen schon alle ab 40 Jahren) der Start. Jeweils alle acht Sekunden liefen zehn Athleten in die Ostsee. Die Profis und die jüngeren Jahrgänge waren bereits ab 6 Uhr unterwegs.

Wie meist gaben die Vorderleute Orientierung im Wasser, denn durch die Wellen waren die Bojen nicht immer auszumachen. Trotzdem kamen die drei Füchse mit guten Zeiten sicher am südlichsten Terminal und somit am Ausstieg an. Raus aus dem Neo und gleich stand man im Regen. Dann der Lauf durch die lange Wechselzone, in Radschuhen, auf dem nassen Teppich… Es ging alles gut und nun konnte mit dem Rad geballert werden. Beziehungsweise fast, denn viel Wasser von oben und zahllose Pfützen unten auf den Straßen ließen uns vorsichtiger agieren. Immer wieder sahen wir unterwegs Fahrer und Räder in den Kurven liegen. Das war es nicht wert. Zur Mitte des Rennens ließ der Regen nach. Trotzdem war weiter Vorsicht geboten, denn gerade in den Abschnitten mit schlechten Straßenoberflächen gab es ganze „Friedhöfe“ von Trink- und Werkzeugflaschen. Alle drei sind unbeschadet und ohne Verluste wieder in der Wechselzone angekommen und starteten auf die zwei Laufrunden. Diese führten zumeist schnurgeradeaus und was das für den Kopf bedeutet, wissen alle Wettkämpfer. Die Sonne ließ sich auch wieder blicken, so das dankbar jeder Versorgungsstand angenommen wurde. Zum Ende der Runde ging es direkt auf die Ostsee zu und dann an der Promenade entlang. In der ersten Runde noch einmal am Ziel vorbei und in der zweiten dann endlich durch den ersehnten Zielbogen hindurch. Dies geschah für die drei innerhalb von zwanzig Minuten. Waren Ronald und Matthias mit Zeiten von etwas über fünf Stunden schon sehr zufrieden, so fanden sie die Leistung von Mel mit 5:20h richtig stark. Sie selbst sah das auch so und strahlte.

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen gab es im Zielbereich kein Buffet, sondern eine große Tüte mit Getränken, Obst und einem Salat. Etwas ungewöhnlich, schmeckte aber alles.

Die Veranstaltung beinhaltete noch die erste IRONMAN-Langdistanz in Polen und so wurden abends, auf einer letzten Eisrunde, immer noch Athleten auf der Laufstrecke angefeuert. Hier wurde den Füchsen noch einmal gewahr, dass ihre geplante Langdistanz bei der Challenge Roth auch deutlich länger dauert. Hoffentlich haben dann noch Eisdielen offen.

  • Melanie Wiechert: 385. Platz, 5:20:19 Std,   6. Platz F45-49
  • Matthias Ulrich:    202. Platz, 5:00:03 Std, 18. Platz M45-49
  • Ronald Schaffer:   253. Platz, 5:06:26 Std, 27. Platz M45-49

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