Träume werden wahr – Füchse beim IRONMAN Barcelona

Endlich war es soweit – letzten Sonntag stand der IRONMAN Barcelona in Calella an. Der IRONMAN Barcelona ist der meistbesuchte Ironman der Welt, 3800 Athleten waren gemeldet, am Ende finishten knapp 3000 diesen erfolgreich. Unter ihnen 8 Triathlonfüchse aus Osterburg (Christian Kallus, Marco Grund, Christian Muths, Christian Dülken, Kersten Friedrich, Melanie Wiechert, Patrick Wendt und Karsten Thiede) und die beiden Vereinsfreunde Michael Wiechert (Zeppelin Team OSC Potsdam) und Maik Löwe (Gaensefurther Sportbewegung).

Für die Triathlonfüchse war es, wie bereits im Vorbericht erwähnt, der Saisonhöhepunkt. Um stressfrei in den Wettkampf gehen zu können, reisten alle Starter, teils mit ihren Angehörigen, bereits 4 Tage zuvor an. Es sollte noch genügend Zeit sein, sich an das noch sommerliche Wetter zu gewöhnen und sich mit den Wettkampfstrecken, dem Meer und den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Im Gegensatz zu Deutschland war es in Calella doch ziemlich warm.

Am Anreisetag ging es zunächst ans Meer, Erholung von der Anreise und erster Wassertest waren angesagt. Unerwartet hoher Wellengang bescherte dem einen oder anderen Fuchs die erste Panik, was soll das nur werden!? Der tägliche Gang zum Strand und der Kampf mit dem Meer standen ab sofort auf dem Plan. Patrick, der ja seinen Start auf Grund des Schlüsselbeinbruches vor 4 Wochen schon abgeschrieben hatte, teste auch gleich das Meer und musste feststellen, dass er schmerzfrei schwimmen konnte. Ab diesem Zeitpunkt stand der erste Held unter den Füchsen bereits fest. Mit etwas Zuspruch von den Vereinskollegen und der Familie entschloss er sich doch zu starten, egal in welcher Zeit, schmerzfrei Durchkommen und einfach nur genießen. Am Abend wurde sich dann beim gemeinsamen Abendessen getroffen und gespannt auf die letzten Sportler und die im Transporter angelieferten Wettkampfräder gewartet. Pläne für die kommenden Tage wurden geschmiedet, Trainingspläne, Zielzeiten und Wettkampftaktiken ausgetauscht, die Vorfreude war riesig.

Der Donnerstag bestand dann aus Training, Registrierung und dem Verschaffen eines ersten Überblickes vom Veranstaltungsgelände. Da sich die Unterkunft nicht weit weg vom Schwimmstart und Wechselgarten befand, hielten sich die zu absolvierenden Wege noch in Grenzen. Trotz dessen versuchte jeder so wenig wie möglich zu Laufen und den Körper zu schonen. Es wurde am Strand gelegen, sich auf das Zimmer zurückgezogen und die Ruhe vor dem Sturm gesucht.

Der trainingsfreie Freitag wurde dann ganz relaxt gestaltet, bei bestem Sommerwetter gemeinsam mit der Familie am Strand oder allein auf dem Zimmer mit viel Schlaf. Das kohlenhydratreiche Abendessen wurde von den Sportlern bei der Willkommensparty im Festzelt eingenommen, spätestens hier wurden erste Eindrücke vom IRONMAN-Event gesammelt. Der Gang durch den Merchandise Shop vor dem Abendmahl durfte allerdings nicht fehlen, erste Souvenirs wurden hier erworben. Ein Shirt mit dem eigenen Namen im IRONMAN-Zeichen war Pflicht für alle. 

Unter sich verbrachten die Sportler den letzten Tag vor dem Wettkampf, ganz ohne Familien, denn diese machten einen Ausflug nach Barcelona. Die letzten kurzen Trainingseinheiten, das sogenannte „Anschwitzen“, wurden absolviert, die Beutel für die Wechselzonen gepackt und zu guter Letzt das Rad mit der persönlichen Startnummer beklebt. Ab 15:30 Uhr ging es dann mit den Fahrrädern und den gepackten Beuteln zum Check-In. Wer bis dato nicht aufgeregt war, war es spätestens jetzt. Hunderte von Sportler trafen aufeinander, die athletischen Körper wurden begutachtet, über unbezahlbare Wettkampfräder wurde nur so geschwärmt und nebenbei holte man sich noch ein paar letzte Ratschläge und Ideen für den Wettkampftag. Beim Abendessen, das dann nur noch in Maßen ausfiel, wurde über Zielzeiten spekuliert, sich noch kurz über die Wettkampfernährung und die angepeilte Startzeit ausgetauscht, bevor es dann frühzeitig ins Bett ging und der Wecker auf 5 Uhr gestellt wurde. Die Anspannung war hoch und jeder versuchte für sich schnell zur Ruhe und in den Schlaf zu kommen. Für einige wurde es eine lange Nacht mit wenig Schlaf und viel Aufregung, verständlich, sollte es doch der erste IRONMAN werden.

Mit Herzklopfen schon vor dem Frühstück begann dann der Tag aller Tage. Erst das Frühstück, mit nur einer Kleinigkeit auf dem Teller, dann die letzte Vorbereitung auf dem Zimmer und schließlich der Gang zum Wettkampfgelände. Die Aufregung einiger ist kaum in Worte zu fassen. Im Wechselgarten wurde nochmals das Fahrrad gecheckt, die Beutel nach allem erforderlichen inspiziert und am Ende dann der Neopren für die erste Disziplin übergezogen. Mit Zwischenstopp am Dixi ging es zum Schwimmstart, die Zeit rannte, so dass ungewollte Hektik aufkam. Marco mit einem Platten am Vorderrad hatte von allen wohl den größten Stress, fand aber dennoch rechtzeitig den Weg zum Schwimmstart. Die Füchse versuchten sich in den entsprechenden Starterboxen wiederzufinden um sich ein letztes Mal auf die Schulter zu klopfen, viel Erfolg aber vor allem viel Spaß zu wünschen. Von nun an war jeder auf sich gestellt, es war noch etwas Zeit die Atmosphäre zu genießen, den Start der Profis zu folgen und die eine oder andere Freudenträne kullern zu lassen. Gänsehaut pur…nicht nur für die Starter, auch ihre Angehörigen und die mitgereisten Fans waren beeindruckt bevor es überhaupt losging.

Der Startschuss fiel pünktlich und mit kleinen Schritten ging es auf dem Sand immer näher ans Wasser, durch den Startbogen durch und ab in die Fluten. Der Kampf gegen die Wellen war nun eröffnet, 3,8 km durchs Meer kraulen und dabei nicht ins stupide langweilige Schwimmen übergehen. Spätestens hier legte sich die Aufregung etwas und der Wettkampfmodus wurde eingeschaltet. Die Wassertemperatur war angenehm und der Wellengang hielt sich in Grenzen, so dass für einige die erhoffte Schwimmzeit deutlich unterboten wurde. Für Marco, Melanie und Patrick hatte Ankommen oberste Priorität, aber auch sie schlugen sich wacker durchs Wasser und kamen mit unerwartet guten Zeiten aus diesem. Direkt in das Wechselzelt laufend, die Ruhe bewahren, Wechselbeutel finden, Neo aus und Radhelm auf, ging es zum Rad und mit diesem dann auf die 180 km lange Radstrecke. Zwei Runden mussten auf einer welligen, entlang der Küste verlaufenden Radstrecke absolviert werden. Knapp 800 Höhenmeter, mehrere anspruchsvolle Passagen, kurze steile und auch längere Anstiege zeichneten die, auf Grund der hohen Teilnehmerzahl, gut gefüllte Radstrecke aus. Jeder gab sein Bestes, Kopf runter, Kette rechts und ab ging die Luzi. Im Hinterkopf den noch bevorstehenden Marathonlauf hieß es für alle, sich die Kräfte einzuteilen. Durch die anfeuernden Zuschauer war es oftmals schwer, das Tempo rauszunehmen, auch die Familien und Osterburger Fans waren lautstark an der Radstrecke vertreten. Beim Passieren der Stimmungsnester gab es immer wieder neue Motivation das Ding bis zum Umfallen durchzuziehen. Ohne Panne, Sturz oder Erschöpfung erreichten alle 10 Starter zum zweiten Mal den Wechselgarten. Schnell das Rad einhängen, zweiten Beutel suchen, Sachen wechseln, Laufschuhe schnüren und ab ging es auf die Laufstrecke. Die wohl dann gefürchtetste Disziplin, der Marathon, sollte zeigen wer bis dahin seine Kräfte gut eingeteilt hat und die letzten 10-11 Monate gut trainiert hat. Maik Löwe als erster auf der Laufstrecke angekommen, wurde gefolgt von Christian Kallus, Michael Wiechert, Christian Dülken, Marco Grund und Christian Muths. Die Abstände untereinander waren nicht allzu groß, so dass sie sich an den Wenden immer wieder begegneten. Kersten Friedrich, Melanie Wiechert, Patrick Wendt und Karsten Thiede folgten ihnen mit etwas später, konnten sich auf Grund der drei zu laufenden Runden ebenfalls begegnen. Die Stimmung an der Strecke war phänomenal, unbeschreiblich, man muss es einfach mal erlebt haben. Die vielen Verpflegungspunkte sorgten für die nötige Energie, so dass hier niemand eine Ausrede hätte haben dürfen. Bei Begegnungen wurde sich gegenseitig angefeuert und die Familien und Fans trieben einen regelrecht die Laufstrecke entlang. Einfach nur Wahnsinn und hier schon mal ein großes Dankeschön an die mitgereisten Supporter…ihr wart einfach die Besten! Jeder hatte seine Wunschlaufzeit im Kopf und versuchte das Tempo gleichmäßig zu halten. Mehr oder weniger gelungen erreichten alle von ihnen das Ziel in persönlicher Bestleistung. Für die Newcomer Marco, Melanie und Christian D. war es für ihren ersten Ironman sogar eine Topzeit. Doch bevor es über die Ziellinie ging genossen alle den Einlauf über den roten Teppich. Die Zuschauer applaudierten und klatschten ab und die Moderatoren ließen in ihren Ohren den Satz „You are an IRONMAN“ klingeln. Gänsehaut, Glücksgefühle und Tränen der Freude…ein außergewöhnlicher Moment, der zunächst nicht in Worte zu fassen ist. Grinsend über die Ziellinie, mit der Medaille um den Hals, ging es vorbei an der Finisher-Fotowand in das Verpflegungszelt. Hier trafen sich alle wieder und staunten nur so über ihre Zeiten. WAS, WAR, DAS!?

Hartes und zeitaufwändiges Training wurde belohnt mit einem Megaevent, unbeschreiblich und wahrscheinlich auch unvergessen. Noch lange wird darüber gesprochen und es wird schwer dieses zu toppen. Acht Triathlonfüchse, gemeinsam mit zwei Vereinsfreunden, bei solch einem Ironman am Start, ist schon etwas Besonderes. Es heißt ja nicht umsonst: „Gemeinsam sind wir stark“. Es dauerte nicht lange und die ersten Nachrichten trudelten von Freunden und Vereinskollegen ein, Glückwünsche, Respekt, Hochachtung, Ehrfurcht oder einfach nur ein Daumen hoch. Nachdem die erste feste Nahrung zu sich genommen und kurz die kalte Dusche aufgesucht wurde, ging es mit den Familien und Fans in ein kleines Lokal zur vereinsinternen Feier. Mit Döner und etwas Bier wurde dann auf die unglaubliche Mannschaftsleistung und Patrick seinen Geburtstag angestoßen. Der Tag hätte nicht besser sein können, Träume wurden wahr!

Der Tag danach bestand aus Ausschlafen, ausgiebig frühstücken, Sonne, Strand und Meer und wer Lust und Kraft hatte begab sich ins Event-Zelt zur Hawaii-Slot-Vergabe. Die Fahrräder wurden wieder im Transporter verpackt und als erstes auf die Heimreise geschickt. Am Dienstag, nach einem kurzen Trip durch die Innenstadt von Barcelona, ging es für die meisten von uns dann auch wieder Richtung Heimat.

Hier findet ihr den Bericht von Michael W. vom Zeppelin Team OSC Potsdam: Barcelona 2019 voll und schnell 

  • Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
  • Maik Löwe – 08:53:08 Std – 59. Platz gesamt männlich – 6. Platz AK 25
  • Christian Kallus – 09:34:39 Std – 206. Platz gesamt männlich – 33. Platz AK 30
  • Michael Wiechert – 09:38:13 Std – 235. Platz gesamt männlich – 31. Platz AK 45
  • Marco Grund – 09:45:30 Std – 291. Platz gesamt männlich – 52. Platz AK 40
  • Christian Muths – 10:07:59 Std – 485. Platz gesamt männlich – 76. Platz AK 30
  • Christan Dülken – 10:08:38 Std – 492. Platz gesamt männlich – 116. Platz AK 35
  • Kersten Friedrich – 10:34:10 Std – 776. Platz gesamt männlich – 140. Platz AK 45
  • Melanie Wiechert – 10:57:47 Std – 67. Platz gesamt weiblich – 13. Platz AK 40
  • Patrick Wendt – 11:59:36 Std – 1672. Platz gesamt männlich – 210. Platz AK 30
  • Karsten Thiede – 13:33:33 Std – 2233. Platz gesamt männlich – 107. Platz AK 55
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