Hölle von Q – ein ausdauernder Fuchs zwischen Hexen, Teufeln und Leichen

Die Veranstaltungen im Triathlonsport überschlagen sich derzeit. Jedes Wochenende finden Rennen statt, häufig mehrere gleichzeitig. So schaffen es selbst die schnellen Füchse nicht überall an der Startlinie zu stehen. Gern wären Ronald und Karsten wieder bei der berüchtigten „Hölle von Q“ gestartet, doch der Challenge Roth fand zeitgleich statt und war für beide die Premiere.

So lag es an Volker, die Farben der Füchse durch den Harz, die Hölle und ins Ziel zu tragen. Und er tat das mit der ihm eigenen Gelassenheit. Bereits am Samstag wurde in der Quedlinburger Innenstadt das Quartier bezogen, so dass ausreichend Zeit blieb, um all das Fachwerk zu bestaunen. Auch weiter entfernte Streckenhighlights, wie der Hexentanzplatz und die Teufelsmauer wurden noch inspiziert. Und zu guter Letzt, stand dann abends noch eine zehnseitige Bettlektüre auf dem Plan – die Athletenhinweise für das Rennen am Sonntag.

Dieser Sonntag startete bei schönsten Spätsommerwetter mit Nebelschwaden über dem Wasser des Ditfurter Sees. Die Bojen waren erst einmal nicht zu sehen, so dass sich Volker an den anderen Schwimmern orientierte. Das passte und er fand in die erste Wechselzone und dort auch sein Rad.

Die anschließende Fahrt durch den Harz hat es in normalen Jahren schon in sich. Dieses Mal kamen durch Baustellen bedingte Umleitungen nochmal sieben Kilometer oben drauf und das zum Teil auf zweispurigen Betonwirtschaftswegen. Es fuhr sich mit der gebotenen Aufmerksamkeit alles gut weg, so dass Volker trotz der vielen Höhenmeter schon nach 3:48:20 Std. in den zweiten Wechselgarten in Thale einbog.

Ab in die Laufschuhe und durch die vielen Anfeuerungen der Zuschauer und Helfer, nochmal Extra-Motivation getankt. Dieser bedurfte es auch auf den folgenden gut 21 Kilometern. Die Steigungen sind das eine, viel mehr machten Volker jedoch das Kopfsteinpflaster und die grob geschotterten Wege zu schaffen. Der Schlossberg fiel dieses Jahr aus. Dafür wurde, getreu dem Motto des Veranstalters Marc Hörstermann: „Es wird auf keinen Fall leichter“, der Münzenberg mit in die Strecke integriert. Um diesen zu erreichen, ging es über die „Leichentreppe“. Wenigstens das Wetter zeigte sich nicht von seiner schaurigen Seite – Sonnenschein und moderate Temperaturen.

Nach 7:31:46 Std. kam Volker ins Ziel. Beim Blick auf die Uhr ist er aber fest der Annahme, dass die Uhren bei der Hölle von Q schneller ticken… Volker hat einen sehr schönen, hervorragend organisierten Triathlon erlebt und obendrauf freut er sich noch über den dritten Platz bei den Landesmeisterschaften in seiner Altersklasse M55. Herzlichen Glückwunsch und das die Erinnerungen noch lange nachwirken.

25.09.2021 – Schlammschlacht und Altmarklauf – jetzt anmelden

Nur noch 15 Tage bis zum Doppel-Event – Schlammschlacht und Altmarklauf

In gut zwei Wochen ist es soweit. Es darf wieder ordentlich durch das Füchserevier gecrosst werden. Sowohl bei der berühmt-berüchtigten Schlammschlacht (Duathlon), als auch beim legendären Altmarklauf werden Sieger und Platzierte gesucht.
Meldet Euch jetzt an und freut Euch auf dieses Doppel-Event bei uns in der Altmark. Wir freuen uns auf Euch.

Hier kommt ihr zu den entsprechenden Anmeldungen

Crossduathlon/Schlammschlacht Altmarklauf

DATEV CHALLENGE ROTH – ein perfekter Tag mit viel Emotionen

Nach über zwei Jahren Wartezeit war es endlich soweit – der DATEV CHALLENGE ROTH powered by hep fand nach der coronabedingten Absage im letzten Jahr und der Verschiebung in diesem Jahr wieder statt. Das gesamte Challenge-Team um Cheforganisator Felix Walchshöfer hat alles dafür gegeben, ein unvergessliches Rennen für alle Teilnehmer unter strengsten Hygiene-Bedingungen zu schaffen. So gab es statt 6000 Starter in diesem Jahr nur ca. 1500 Einzelstarter und 300 Staffeln. Die üblichen „Hot-Spots“, wie der Solarer Berg, die Biermeile in Eckersmühlen und viele andere Stimmungsnester an der Rad- und Laufstrecke, sollte es ebenso nicht geben. Trotz dessen sollte es den Teilnehmern nicht an feuerigen Fans fehlen.

Fehlen sollte es auch nicht an einem Top-Athletenfeld. Nach der Absage des IRONMAN Hawaii standen auf einmal so einige bekannte deutsche Profis auf der Starterliste. Neben Patrick Lange waren u.a. Sebastian Kienle, Andreas Dreitz, Nils Frommhold, Franz Löschke, Anne Haug, Anna-Lena Best-Pohl und Elena Illeditsch gemeldet. Aber auch zwei Prominente konnten am Wettkampfwochenende in Roth gesichtet werden – Fußballgott Erik Meijer und Mr. Tagesschau Thorsten Schröder!

Unser Augenmerk richtete sich jedoch an diesem Tag nicht auf die Profis oder Promis, sondern auf unsere ebenfalls startenden Füchse Melanie Wiechert, Marco Grund, Matthias Ulrich, Ronald Schaffer, Frank Weiße und Karsten Thiede. Alle fieberten dem Traum, beim CHALLENGE ROTH zu finishen, schon lange entgegen. Im Normalfall wäre es der 05. Juli 2020 gewesen, da gab es jedoch eine Absage. Wie heißt es so schön auf der Challenge-Facebook-Seite: „Träume können nicht abgesagt werden – nicht in Roth, der Triathlon-Traumfabrik“. Eine komplette Region lebt für dieses größte Sportereignis in Bayern, es gibt nichts Vergleichbares. Und so wurde mit Hilfe der tausenden Helfern, mit viel Herzlichkeit und Leidenschaft, ein perfekter Triathlontag, dem es an nichts fehlte, auf die Beine gestellt.

Der erste Wecker klingelte um 04 Uhr in der Früh, denn bereits ab 05:45 Uhr liefen nicht nur die Füchse voller Aufregung in der Wechselzone herum. Es war noch dunkel, kühl und Nebelschwaden zogen über den Main-Donau-Kanal. Mit Schweinwerfern, die das Areal ausleuchteten und beruhigender Musik im Hintergrund, machte sich jeder an seinem Fahrrad zu schaffen – Verpflegung auffüllen, Luftdruck und Schaltung prüfen, Helm zurecht legen und zuletzt die Feuchtigkeit der Nacht abwischen. Aber nicht nur die Nacht brachte Feuchtigkeit. Die ganze morgendliche Atmosphäre, die Musik, die Vereinskollegen und zu guter Letzt im Hintergrund die perfekte Stimme des erfahrensten Streckensprechers der Triathlonwelt Hartwig Thöne hinterließen bei vielen schon vor dem Start Freudentränen.

Am 05. September 2021 um 07 Uhr mit dem ersten Schuss aus der Kanone startete dann der DATEV CHALLENGE ROTH powered by hep. Spätestens hier war auch der letzte Athlet emotional ergriffen und im Challenge-Tunnel. Zunächst die Profis und Ü 60-Athleten auf die Schwimmstrecke geschickt, startete Marco um 07.15 Uhr als erster Fuchs. Geschwommen wurde im Main-Donau-Kanal, welcher nur für diese Event gesperrt wird. Am Freitag und Samstag gab es jeweils ein zweistündiges Zeitfenster, in dem der Kanal zum Schwimmen getestet werden durfte. Dies ließen sich die Füchse natürlich nicht nehmen. Beim Test als „angenehm und machbar“ erklärt, kam für die meisten dann doch ein eher „war schonmal besser“ heraus. Nur fünf Minuten nach Marco war Matthias im Wasser. Den beiden Füchsen folgten dann Melanie um 07.30 Uhr in der ersten Frauenstartergruppe, Ronald und Frank um 07.40 Uhr und Karsten in der letzten Startergruppe, vor den Staffeln, um 08 Uhr.

Wie erwartet erreichte Matthias als erster Fuchs den Schwimmausstieg. Mit neuem Neopren und großem Selbstbewusstsein, Marco beim Schwimmen zu überholen, ging er bei seiner ersten Langdistanz ins Wasser. Überholt ja, jedoch nicht die erwünschte Schwimmzeit geschafft und somit nur einen kleinen Vorsprung auf Marco herausgeschwommen.

Für Marco, mit dem auch erreichten Ziel nach 90 Minuten auf dem Rad zu sitzen, begann nun die Zeit zu „Ballern“. Den von Matthias herausgeschwommenen Vorsprung fuhr er mit hoher Wattzahl von Kilometer zu Kilometer kleiner, bis er ihn letztendlich überholte. Auf der ersten Runde von den zwei zu absolvierenden Radrunden konnte Marco sein hohes Tempo gut halten. In der zweiten Runde merkte er jedoch schon einen kleinen Einbruch und musste Tempo rausnehmen. Hinzu kam eine für ihn auferlegte Zeitstrafe, welche er fünf Minuten lang in der Penalty-Box absitzen musste. Diese Zeitstrafe und das Wissen auf der Laufstrecke noch einen zusätzlichen Kilometer (Strafkilometer) absolvieren zu müssen, ließen kurzzeitig seine Motivation schwinden. Hatte er sich doch sein persönliches Ziel ziemlich hochgesteckt. Der schnelle Wechsel von Rad auf Lauf trieb ihn aber wieder an, so dass er auf dem ersten Halbmarathon eine gute Zwischenzeit hinlegte. Aber auch Marco ist kein Superman und musste dann ab Kilometer 25 die ersten Erfahrungen mit Krämpfen machen. Durchgebissen hat er sich trotzdem. Immer noch etwas „ballernd“, konnte er glücklich und mehr als zufrieden mit einer Topzeit das Ziel erreichen. Auf dem Zielbogen konnte er eine 09:41:57 ablesen – herzlichen Glückwunsch!

Auch Matthias hat bei seiner ersten Langdistanz überglücklich die Ziellinie überquert. Mit einer etwas besser erwarteten Schwimmleistung ging er den Radpart bedacht an, gemäß des Hinweises von Vereinskollege Christian Muths: „Sei auf der ersten Hälfte kein Dummkopf und auf der zweiten kein Weichei“. 170 km sind für Matthias im Normalfall ein Zuckerschlecken, jedoch nicht, wenn noch ein Marathon drauf folgt. Ein Zuckerschlecken war es trotzdem, aber nicht im Positiven. Der Körper braucht bei einer solch langen Anstrengung Kohlenhydrate, auf dem Rad und auch beim Laufen. Und da Nudeln essen hier schlecht geht, werden süße Gels zu sich genommen. Bei zwei Litern klebrige, süße Flüssigkeit streikt der Magen-Darm-Trakt irgendwann und zeigt es mit Übelkeit. Die Übelkeit kam auch bei Matthias und das schon auf dem Rad. Mit viel Wassertrinken behob er das Problem und konnte mit einer guten Radzeit, nur zehn min langsamer als der ballernde Marco, die zweite Wechselzone erreichen. Nun ging es auf die gefürchtete Laufstrecke. An den vielen Versorgungsständen nutze er die Chance, den fast leeren Energiespeicher wieder zu aufzufüllen. Gels so wenig wie nötig, dafür eher Iso, Cola und Wasser. Mit einer Laufzeit von unter vier Stunden konnte er den Marathon abschließen, für einige von den Füchsen unerwartet. Mehrere Monate musste Matthias wegen muskulärer Probleme auf Lauftraining verzichten und konnte erst vor etwa drei Monate wieder richtig ins Training einsteigen. Da kann man nur den Hut ziehen. Auf seiner ersten Langdistanz-Urkunde steht nun schwarz auf weiß 10:16:48, sehr gute Vorlage für das noch Kommende.

Melanie hatte bereits eine Vorlage und zwar die aus Barcelona. Mit schwererem Rad- und Laufstreckenprofil (1600 HM / 200 HM) wollte sie dennoch an die sehr gute Zeit ihrer ersten Langdistanz anknüpfen. Mit nicht ganz so erhoffter, aber dennoch vorzeigbarer Schwimmzeit, machte sie sich mit einem schnellen Wechsel (13 schnellster aller Frauen) auf die Radstrecke. Ihre mittlerweile Lieblingsdisziplin bei einem Triathlon ging sie ähnlich wie Marco an, nicht in seinem Tempo aber alles geben, was geht. Auch sie musste auf der zweiten Runde etwas Tempo rausnehmen, die Oberschenkel wollten nicht mehr zu hundert Prozent und das Gefühl der Übelkeit wurde, wie bei Matthias, immer stärker. Mit Wasser und kaum noch Kohlenhydrate zu sich nehmend schaffte sie es trotz dessen mit einer starken Radleistung in die zweite Wechselzone. Auch hier relativ schnell wechselnd, machte sie sich mit etwas zu hohem Tempo, einem älteren Age-Grouper folgend, auf den langen Weg. Bei Kilometer 5 gestand sie sich selbst ein, das Tempo nicht halten zu können und ließ ihn laufen. Bei Kilometer 10 kam dann gefühlt der „Mann mit dem Hammer“. Nochmals Tempo rausnehmend, von Kilometer zu Kilometer schleppend, ließ die Kraft und Motivation immer mehr nach. „Warum mach ich das und kann ich jetzt nicht einfach aufhören – NEIN, weil wir es lieben und weil wir Kämpfer sind!“ Die liebevollen Helfer an den Versorgungsständen, die an den Wenden entgegenkommenden und auch nicht schnelleren Läufer und das erhoffte Erlebnis des Zieleinlaufes motivierten sie dann doch wieder. Bereits auf dem Stadionteppich in Richtung Zielbogen unterwegs, erreichte sie noch ein Krampf im Oberschenkel, welcher ihr jedoch nicht das Siegerlächeln mehr nehmen konnte. Trotz der bitterlichen Quälerei beim Laufen blieb sie beim Marathon unter vier Stunden und hatte eine stolze 10:38:09 auf ihrer Uhr zu stehen.

„Weil wir es lieben“ war auch einer der Gründe warum Ronald an den Start ging. Auch er wollte seine erste Langdistanz mit dem Füchse-Team erleben. Seine Frau Christine unterstütze ihn als anfeuernder Fan vor Ort an allen Ecken. Sie machte es auch möglich, dass er neben Familie und Firma dem zeitintensiven Training nachgehen konnte. Dafür ein großes Dankeschön. Ein Dankeschön geht an dieser Stelle auch gleich an die Stadt Seehausen, die nicht nur ihm die Möglichkeit gibt, dem täglichen Schwimmtraining im Waldbad nachzugehen. Auch wenn seine Schwimmzeit nicht unter 90 Minuten blieb, so kann er doch zufrieden sein, diesen Part unbeschadet überstanden zu haben. Ronald ist mit leichtem Selbstzweifel nach Roth gereist, hat er sich doch bei dem Test vor vier Wochen auf der Mitteldistanz in Polen noch mit Krämpfen und Knieschmerzen rumplagen müssen. Das es bei der Langdistanz nicht einfacher wird, war klar. Und so machte er sich mit riesen Respekt und dem Ziel noch vor Einbruch der Dunkelheit zu finishen auf die Radstrecke. Er trat in die Pedale was ging – die Fußballeroberschenkel machten es möglich, auch wenn er die Töppen schon vor längerer Zeit an den Nagel hing. Erleichternd und mit lautstarkem Support seiner Frau und Vereinschef Kersten Friedrich fuhr er in die zweite Wechselzone ein. Es folgte die letzte Disziplin, seine stärkste – der Marathon. Bis zur Hälfte konnte Ronald ein gleichmäßiges Tempo laufen. Vom Kanal weg in Richtung Roth kamen dann die unerträglichen Höhenmeter hinzu, wo auch er dann sein Tempo ungewollt verringerte, da half auch kein Powerbar-Gel mehr. Dennoch konnte er den Marathon insgesamt gut durchlaufen und blieb natürlich erwartet unter vier Stunden. Mit einem Wechselbad der Gefühle während des gesamten Wettkampftages und einem unvergesslichen Zieleinlauf beendet er seine erste Langdistanz in 10h: 46min: 23sec. Was für ein emotionaler Tag für ihn. Er kann stolz auf das Ergebnis sein, so sehr, wie er stolz ist ein Fuchs zu sein.

Unheimlich stolz ein Fuchs zu sein, ist auch Frank. Für Frank ist es nicht die erste Langdistanz und auch nicht der erste Start in Roth. Aber dennoch etwas ganz besonderes, denn er darf als Fuchs starten. Für ihn war es wichtig das Ding unbedingt nach Hause zu bringen. Bereits beim Schwimmen plagte er sich mit Krämpfen rum und musste einen Gang runterstellen. Mit 90 min auf der Schwimmstrecke brauchte er sich jedoch nicht zu verstecken. Ähnlich erging es ihm auf der Radstrecke. In der zweiten Runde mit Krämpfen in den Beinen, zwang ihn der Kalvarienberg in Greding sogar das Rad kurzzeitig zu schieben. „Wer liebt, der schiebt“ – gesagt, getan. Und weiter ging es mit einer geringeren Wattzahl, dafür aber fahrend, bis nach Roth. In der Wechselzone angekommen, sicherlich mit gemischten Gefühlen, machte sich auch Frank auf die Laufstrecke. Die Angst vor weiteren Krämpfen nahm ihm leider keiner ab. Mit angemessenem Tempo, guter Verpflegung auf der Strecke und den notwendigen Gehpassagen, schaffte auch er den Marathon. Mit einem riesen Lächeln überquerte Frank laufend die Ziellinie. Außerordentlich freudig ließ er sich die wohlverdiente Finisher-Medaille nach 12:26:27 umhängen. Ein großer Dank geht hier an Fuchs Alex Schilling, der ihm bei der Vorbereitung mit Rat immer zur Seite stand.

Der letzte ins Wasser gehende Fuchs war unser Routinier Karsten. Mit über 100 Triathlon-Wettkämpfen in den Beinen startete jedoch auch er zum ersten Mal beim Challenge Roth. 2019 noch als Zuschauer wollte er unbedingt beim nächsten Mal selbst an den Start gehen. Dieses tat er auch. Ohne Neopren nach Roth gereist, nutzte er dann doch bei nur knapp 19°C Wassertemperatur den von Matthias angeboten Neopren. Wer will schon unterkühlt aus dem Wasser kommen. Karsten mit seiner Vernunft jedenfalls nicht. So erreichte er auch eine seinen Trainingsumfängen angepasste Schwimmzeit. Mit schnellem Wechsel ging es auf seine Lieblingsdisziplin, dem Radfahren, mit einem neuem Rad natürlich noch erfreulicher. Die anspruchsvolle Radstrecke war bekannt, ein Radsplit dementsprechend im Kopf. Wegen gesundheitlicher Probleme konnte er nicht ganz seine Zielzeit einfahren, war aber dennoch zufrieden. Für den zweiten Wechsel ließ sich Karsten etwas mehr Zeit, denn er wusste was ihm bevorstand. Ein Marathon laufen ist für Karsten eine sehr große Herausforderung, wollte er doch im Zeitlimit auch die Ziellinie überqueren. Langsam anlaufend, mit Gehpassagen fand er schnell sein eigenes Tempo. Immer die Zeit im Hinterkopf wusste er, es zu schaffen und dabei trotzdem an den Verpflegungsstellen gehen zu können. Doch dann kam die Dämmerung und es wurde leicht kühler. Karsten plagten gesundheitliche Probleme – „Weiterlaufen oder Aufhören“? Teufel und Engel waren dicht beisammen. Seine Vernunft zwang ihn zum Aufhören, die Gesundheit geht einfach mal vor. So stieg er bei Kilometer 30 aus. Auch wenn am Ende ein DNF (Did Not Finish) stand, kann er heute sagen, dass es ihm gesundheitlich wieder gut geht. Das hätte auch anders ausgehen können. Mit seiner Leistung ist er dennoch zufrieden, da kann er auch stolz drauf sein. Im nächsten Jahr wird er auf jeden Fall wieder am Start stehen und aus dem DNF eine ordentliche Zielzeit machen. Dafür werden ihm die Füchse viel Durchhaltevermögen mitgeben.

Fünf strahlende Finisher beim Challenge Roth 2021, einer großen Veranstaltung im kleineren Rahmen. Ein unvergessliches Erlebnis mit vielen überwältigenden Emotionen. Den Füchsen fehlen heute noch die richtigen Worte. Ein ganz großes DANKESCHÖN geht an das CHALLENGE-TEAM um Felix Walchshöfer und den BESTEN HELFERN DER WELT. Die vielen freiwilligen Helfer und Ehrenamtler haben mit ihrer Herzlichkeit und Leidenschaft diesen Tag zu einem besonderen Tag gemacht.

Ein weiteres großes Dankeschön geht auch an Vereinsvorsitzenden Kersten Friedrich, der allein den weiten Weg auf sich genommen hat. Als Supporter war er vom Schwimmstart an dabei und hat seine Füchse unterstützt und angefeuert. Begleitet durch Ronalds Frau Christine und Vereinsfreund Michael Wiechert haben sie stets für Stimmung an der Strecke gesorgt. DANKESCHÖN und gern wieder!

Allen teilnehmenden Füchsen gilt unser größter Respekt und alle Achtung. Nun heißt es regenerieren. Einige von Ihnen freuen sich für das nächste Jahr Ruhe zu haben, denn eine Langdistanz wird frühestens im Jahr 2023 wieder auf dem Plan stehen. Bei anderen stehen bereits die nächsten Wettkämpfe im Kalender. So wird Karsten am ersten Oktoberwochenende nochmals beim Ironman in Barcelona starten. Für Melanie bleibt leider keine lange Pause, stehen schon am kommenden Sonntag (12.09.) die Deutschen Polizeimeisterschaften im Triathlon in Baden-Württemberg an. Den Marathon auf einer Langdistanz anders im Kopf, entschied sie sich schon vor der Quälerei in Roth für einen Start beim Ironman auf Cozumel (Mexiko) im November, gemeinsam mit ihrem Bruder Michael. Na dann gute Erholung und auch ihr viel Durchhaltevermögen.

Hier für Euch nochmal die Ergebnisse beim DATEV CHALLENGE ROTH powered by hep:

Marco Grund: 09:41:57 – Swim 01:23:21 / Bike 04:44:08 / Run 03:29:50 203. Platz gesamt / 18. Platz AK

Matthias Ulrich: 10:16:48 – Swim 01:11:53 / Bike 04:55:30 / Run 03:58:23 383. Platz gesamt / 48. Platz AK

Melanie Wiechert: 10:38:09 – Swim 01:21:10 / Bike 05:15:32 / Run 03:57:07 58. Platz gesamt / 8. Platz AK

Ronald Schaffer: 10:46:23 – Swim 01:33:36 / Bike 05:08:29 / Run 03:52:52 533. Platz gesamt / 66. Platz AK

Frank Weisse: 12:26:27 – Swim 01:30:13 / Bike 05:40:19 / Run 05:05:06 915. Platz gesamt / 64. Platz AK

Karsten Thiede: ohne Zielzeit – Swim 01:34:08 / Bike 06:01:00 / Run –:–:–

Gelungenes Halbdistanz-Debüt in 4:29h

Neben den vier anderen Triathlonfüchsen beim verregneten Ironman 70.3-Rennen in Duisburg, startete auch Jean-Luc am vergangenen Wochenende bei einer Mitteldistanz. Ihn zog es ins sächsische Lohsa zum Knappenman. Hier starteten am Samstag die Teilnehmer über die Mittel- und Langdistanz, ehe am Sonntag die Teilnehmer über die Olympische Distanz und Sprintstrecke ihren Wettkampf bestritten.

Knapp zwei Wochen nach seinem zwanzigsten Geburtstag suchte Jean-Luc nun also über die Mitteldistanz seine sportlich bislang größte Herausforderung. Nach einer unkomplizierten Anreise und dem Einrichten des Wechselplatzes in der nassen Wechselzone ging es zum Schwimmstart. Es starteten immer 30 Athleten im Abstand von einer Minute, um das große Teilnehmerfeld von 240 Athleten zu entzerren. Jean-Luc übernahm den Startplatz eines anderen Athleten und startete somit etwas später mit den langsameren Schwimmern, arbeitete sich aber bereits im Wasser durch das Feld im Dreiweiberner See.

Mit einer Schwimmzeit von 30 Minuten und 11 Sekunden absolvierte er die 1,9 km als Neuntschnellster und wechselte anschließend zügig aufs Rad. Nun galt es drei Radrunden à 30 km um den Scheibe-See zu absolvieren. Auch hier schlug sich Jean-Luc sehr gut und beendete das Radfahren auf der kurvigen, aber schnellen Strecke nach 2 Stunden und 13 Minuten. Er blieb im Rahmen seiner angepeilten Leistungswerte, schlüpfte nun in die Laufschuhe und nahm den Halbmarathon in Angriff. Ohne die Strecke von 21,1 km im Training je komplett absolviert zu haben, begann nun also ein kleines ungewisses Abenteuer. Da die Laufstrecke zweimal erneut um den Dreiweiberner See führte, teilte sich Jean-Luc die Distanz innerlich in zwei Hälften. Doch ab Kilometer 14 begann für ihn ein Kampf mit dem inneren Schweinehund, der die letzten 7 km gefühlt unendlich verlängerte. Das Leiden minderte der „Paarlauf“ mit einem anderen Athleten Schulter an Schulter.

Schlussendlich bog Jean-Luc unter dem Applaus einiger Zuschauer in Richtung Zielbogen ab und überquerte diesen bei seiner ersten Mitteldistanz auf Platz 29. Nun ging der Blick zur Uhr und die zeigte schnelle 4:29:05h an. Das reichte dann sogar zum überraschenden Sieg in der AK1 und rundete seinen perfekten Wettkampftag ab. Erschöpft, aber glücklich trat er den Heimweg an. 

Eine saustarke Leistung, ein Fuchs eben. Mal schauen was da noch so geht….

Von Dauerregen in Duisburg zu Sonnenschein in Roth

Vier Füchse bei verregneter IRONMAN 70.3 Premiere in Duisburg

Am vergangenen Wochenende fand nach einem Jahr Verzögerung die Erstausgabe des IRONMAN 70.3 Duisburg (parallel zum IRONMAN in Hamburg) statt. Unter den knapp 1500 Teilnehmern waren auch vier Triathlonfüchse. Gab es 2020 den Plan mit einer viel größeren Mannschaft im Ruhrpott anzutreten, halbierte sich leider das Füchserudel nach den ganzen coronabedingten Rennverschiebungen. So standen am Sonntag Thomas Weber, Steffen Herms, Torsten Schaaf und Christian Muths am Start an der Regattabahn im Sportpark Duisburg. Für Torsten, mit viel Neugier und Vorfreude angereist, sollte es die allererste Mitteldistanz werden. Thomas als Routinier, privat und beruflich zeitlich leicht unter Druck stehend und somit nicht optimal vorbereitet, freute sich dennoch auf den Wettkampf, soll er doch für ihn der Ersatz des IRONMAN Rügen 70.3 sein. 

Bei einem gemeinsamen Abendessen wurden vor dem Rennen die persönlichen Ziele abgesteckt. Spannend hier die Aussage von Steffen, dass er im Vorfeld kein Schwimmtraining absolvieren konnte. Aber, so viel sei vorweggenommen, durchgehalten hat er trotzdem. Leider versprach die Wettervorhersage für den Sonntag nichts Gutes. Und so kam es dann auch, es blieb bei der Hoffnung auf Trockenheit. Kurzfristig wurde der Start um eine halbe Stunde verschoben; die Polizei hatte die Radstrecke noch nicht freigegeben. Somit schwand dann auch die Hoffnung auf ein paar Kilometer trockene Radstrecke. Pünktlich, nachdem mit Christian der erste Fuchs das Wasser nach 1,9km Schwimmen wieder verlassen hatte, begann es zu regnen. Das Schwimmen in der Regattabahn (Kommentar des Veranstaltungssprechers: „Das längste Schwimmbad Nordrhein-Westfalens“), wo sonst üblicherweise Ruderer unterwegs sind, war wegen der einfachen Orientierung sehr angenehm. Nicht so angenehm war die Stunde Wartezeit für Torsten und Steffen, die sie auf Grund der Verschiebung nach hinten, in ihren Neoprenanzügen verharren mussten. Zu dieser Zeit noch trocken, beendeten sie jedoch dem Schwimmpart im Regen, wie auch Christian und Thomas. Raus aus dem Wasser, Neopren runter, die bereits durchnässten Socken und Radschuhe an und ab in den Regen! 

Das Radfahren auf der 90 km langen und überwiegend flachen Radstrecken (ca. 300hm), die aus zwei Runden bestand, musste dann bei kühlen Temperaturen komplett im Regen, teilweise strömend, absolviert werden. Die Kurven auf dem ersten Teil der Strecke sowie die vielen Pfützen und das stehende Wasser in den Spurrillen erforderten permanente Konzentration, um sturzfrei über die Strecke zu kommen. Es gab aber auch längere Passagen, die wunderbar in Aeroposition durchgedrückt werden konnten. Diese besonderen Bedingungen führten aber auch dazu, dass das Radfahren insgesamt sehr fair ablief. Niemand wollte durch zu dichtes Auffahren einen Sturz riskieren. Bei 17°C und Windböen war Thomas sichtlich erleichtert, die wohl schrecklichste Radfahrt in einem Wettkampf, nach 2h 44min überstanden zu haben. Torsten und Steffen, fast zeitgleich den Radpart beginnend, konnten sich zumindest noch gegenseitig motivieren, was ihre Laune trotz dessen nicht anhob. Mit 2h 30min legte Christian eine sehr gute Radzeit bei eher schlechten Bedingungen hin, sauber!

Der abschließende Halbmarathon führte über drei flache Runden um die Regattabahn und durch das Stadion des Fußballdrittligisten MSV Duisburg. Hier säumten dann auch zahlreiche Zuschauer die Strecke, die für die nötige Anfeuerung und Stimmung sorgten. Der Lauf wurde somit zu einer kurzweiligen Angelegenheit, zumindest für Christian, Torsten und Steffen. Für Thomas, durchgefroren und nach dem Radfahren muskulär angeschlagen, war es ein „Leidenslauf“. Krämpfe, Atembeschwerden und die nassen Klamotten machten jeden einzelnen Kilometer zur Qual. Auch das Anfeuern vom überholenden Vereinskollegen machte alles nicht besser. Sein Ziel was es durchzuhalten, NEVER DNF, welches er, auch hart erkämpft, erreicht und dann doch noch mit einem kleinen Lächeln die IRONMAN-Medaille in Empfang nehmen darf. 

Auch die anderen drei Füchse kamen strahlend und sicher im MSV-Stadion und somit im Ziel an. Sie waren mit ihren Leistungen durchweg zufrieden, auch wenn nicht alle persönlichen Zielstellungen erreicht wurden. In Anbetracht der Wetterbedingungen ist das locker zu verschmerzen.

Was bleibt? Neben einem amtlichen Muskelkater und die Freude über die eigenen Leistungen, leider auch der etwas fade Beigeschmack, dass IRONMAN in Duisburg, zumindest in diesem Jahr, eine Triathlonveranstaltung zweiter Klasse über die Bühne gebracht hat. Wie erwähnt fand zeitgleich der IRONMAN in Hamburg statt, Dies führte wohl dazu, dass in Duisburg nicht das volle „Besteck“ aufgefahren wurde. Vermutlich kam es nur in Hamburg zum Einsatz. So fehlten u.a. das beliebte IRONMAN-Merchandise-Zelt, Ausstattung in der Wechselzone sowie Sitz- und Umkleidemöglichkeiten im Nachzielbereich. Auch die Sport-Expo verdiente ihren Namen nicht. Dennoch hat der IRONMAN70.3 Duisburg aufgrund der Wettkampfstrecken durchaus Potential.

Torsten, der sich mühsam in den letzten Jahren mit dem Triathlonsport anfreundete, war nun glücklich über das Finishen seiner ersten Mitteldistanz. Das ungeliebte Schwimmen kann er weiterüben, bis er ganz sicher wieder an der Startlinie einer MD stehen. Seinen allergrößten Respekt spricht er allen Füchsen aus, die am kommenden Sonntag bei der Challenge in Roth die doppelte Distanz bewältigen wollen – nicht müssen.

Vorfreude, Sonnenschein und 25°C in Roth

Für Marco Grund, Matthias Ulrich, Ronald Schaffer, Melanie Wiechert, Karsten Thiede und Frank Weiße steht seit über zwei Jahren der Start bei dem Challenge Roth fest. Zweimal verschoben soll es am ersten Septembersonntag endlich soweit sein. Waren Marco, Melanie und Karsten vor zwei Jahren in Barcelona beim IRONMAN am Start, so soll es für Matthias und Ronald die erste Langdistanz werden. Die Vorfreude steigt, die Anspannung auch. Aber nicht nur das, auch die Temperatur steigt langsam an, sportlich heiße 25°C sind angesagt.

Karsten, der schon mehrere Langdistanz-Urkunden sammeln konnte, hat sich als Einziger der Füchse für die integrierte Europameisterschaft angemeldet und wird nun als Altersklassen-Athlet im Team Germany an den Start gehen. Nicht im Füchse-Einteiler auf der Strecke, könnte er für die verfolgenden Fans im Live-Stream im Deutschland-Outfit zu sehen sein. Für einen guten Zweck sammelt er in diesem Zusammenhang Spenden für die „St. Anna Kinderkrebsforschung“. Gern dürft ihr ihn dabei unterstützen. Weitere Informationen dazu findet ihr hier oder ihr sprecht ihn persönlich an.

Maximalen Spendenerfolg gewünscht und für alle in Roth startenden Füchse maximale Ergebnisse bei den 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen. Habt ganz viel Spaß, genießt es einfach – es wird unbeschreiblich, unvergesslich! 

Hier noch die Ergebnisse der Füchse beim IRONMAN70.3 Duisburg im Überblick

AKGesamtzeitSwimBikeRunPlatz AKPlatz Gesamt
Christian MuthsM35-394:51:34h35:27min2:30:51h1:37:30h39/196210/1420
Thomas WeberM40-445:41:09h41:06min2:44:14h2:07:45h139/200875/1420
Torsten SchaafM45-496:03:42h49:22min3:03:50h1:57:18h119/1441132/1420
Steffen HermsM50-546:03:56h51:45min2:54:57h2:03:39h141/1801134/1420
Großer Dank an Christian für die gute Zuarbeit!
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