Von Waschmaschinen und leeren Energiespeichern

Zwei Füchse mit hart erkämpftten IRONMAN-Finisher-Medaillen

Warum einfach, wenn man auch unter erschwerten Bedingungen einen IRONMAN finishen kann. Die Triathlonfüchse Karsten Thiede und Melanie Wiechert hatten sich das sicherlich nicht gewünscht und dann doch angenommen und durchgezogen. Karsten nahm es ein zweites Mal mit dem IRONMAN Barcelona auf sich. Dieser fand bereits am 03. Oktober diesen Jahres in dem Küstenvorort Calella direkt am Mittelmeer statt.

Melanie trat die lange Reise nach Mexiko, auf die Insel Cozumel, gemeinsam mit ihren Bruder Michael (Zeppelin Team OSC Potsdam) an. Dieser startete sechs Wochen zuvor auch schon mit Karsten beim IRONMAN Barcelona. Der IRONMAN Cozumel fand am 21. November statt, also genug Zeit zum Erholen.

Karsten war in Barcelona bereits Wiederholungstäter, hatte er diesen Wettkampf doch bereits 2019 mit sieben weiteren Füchsen erfolgreich absolviert. 

Ein paar Tage zuvor angereist, machte er sich mit den Begebenheiten vertraut, registrierte sich und checkte letztendlich einen Tag zuvor sein Rad ein. Die Wettervorhersage und der Blick zum Meer ließen nicht nur ihn unruhig werden. Starker Wind, Regen und Gewitter waren angekündigt. Die zuvor ins Wasser gelassenen Bojen der Schwimmstrecke wurden am selben Abend wieder an Land geholt. Drohte allen Teilnehmern etwa ein Duathlon? – Zum Glück nicht! Allerdings wurde am Morgen vor dem Start verkündet, dass die Schwimmstrecke auf 900 m verkürzt wird. 

Mit bangem Blick stürzte sich Karsten mit den vielen anderen Teilnehmern in die bis zu zwei Meter hohen Wellen. Es ähnelte eher einem Waschmaschinengang, als einem Schwimmstart. 900 m (in nur 15 min) kämpfte er sich durch die hohen Wellen ohne überhaupt einen Rhythmus zu finden. Wichtig waren hier nur, die Orientierung nicht zu verlieren und möglichst wenig Salzwasser zu schlucken. Beides gelang Karsten, jedoch war der Schwimmausstieg sehr herausfordernd. Bei den ersten beiden Versuchen warfen ihn die hohen Wellen wieder zurück ins Mittelmeer. Helfende Hände zogen ihn im dritten Anlauf an Land und er hatte endlich festen Boden unter sich.

Es ging in die erste Wechselzone und ab aufs Rad. Karsten freute sich schon auf seine Lieblingsdisziplin. Bei starkem Wind und 850 HM fuhr er eine zufriedene Radzeit (5:45:38 Std.) ein, das Schwimmen war fast schon wieder vergessen. Mit Rückenwind flog er regelrecht in die zweite Wechselzone. Nun wurde es bedeutend ruhiger, denn Karsten prüfte beim Laufen erst einmal, wie stark ihn seine Knieprobleme einschränken würden. Unser Routinier kennt seinen Körper und geht möglichst wenig Risiko ein. Finishen war das Ziel. Die Knieprobleme gerieten schnell in Vergessenheit, aufmunternde und motivierende Zurufe der vielen Zuschauer überwogen. Das bunt gemischte Publikum mit dem ganzen olympischen Flair, die fleißigen Helfer, die vielen internationalen Teilnehmer, sinnvolle Gehpausen an den Verpflegungsstellen und nicht zuletzt der eigene Ehrgeiz trieben Karsten auch hier mal wieder über die Marathondistanz. Am Ende seines Tages, nach 12:57:11 Std., durfte er erneut „YOU ARE AN IRONMAN!“ hören, und das von der Triathlon-Sprecherlegende Paul Keye. Nun wird Karsten erst einmal regenieren und bald schon neue Pläne schmieden. Michael finishte mit einer Zeit von 09:51:44 Std., nicht ganz zufrieden, aber es war ja noch nicht der letzte Wettkampf in diesem Jahr.

Ungewollt ging Melanie beim IRONMAN Cozumel ein Experiment ein: Lässt sich eine Langdistanz ohne Carboloading absolvieren?

Kurz zu den Hintergründen. Cozumel ist eine Insel vor dem mexikanischen Festland. Fremdes Land, fremdes Klima, fremdes Essen. Die ersten beiden Punkte  waren unbedeutend. Mel war schon mal in Mexiko und Wetter ist ihr für die Wettkämpfe grundsätzlich egal. Es kommt wie es kommt. Bleibt das Essen… Mit einer größeren Gruppe, über „HannesHawaiiTours“ organisiert, angereist und untergebracht, liefen die ersten Trainingseinheiten okay. Der Regen fiel meist nachts und tagsüber gab‘s nur kurze Schauer. Und dann besuchte die Reisegruppe ein Magen-Darm-Virus. Melanies Körper sagte nicht nein. Die Energiespeicher leerten sich rasend schnell und es kamen auch keine Kohlenhydrate mehr an. So stand hinter dem Start ein riesengroßes Fragezeichen. Die Nahrungsaufnahme bestand nur noch aus Tee und Brot. Am Freitag ging es trotzdem zur Registrierung, die Startunterlagen und Rucksack wurden abgeholt. Samstag dann das Rad beim Bike-Check-In abgegeben, in der Hoffnung, dass sich der Magen reguliert und der Körper sich irgendwie erholt. 

Sonntagmorgen, viel besser erging es Melanie noch nicht, machte sie sich trotzdem mit fast allen anderen auf zur ersten Wechselzone. Rad checken, Radflaschen befüllen und anschließend rein ins Getümmel. Mit Bussen ging es zum Schwimmstart, da es sich auf Cozumel um eine One-Way-Schwimmstrecke handelte. Anders als bei uns hätten diese Busse selbst mit beiden zugedrückten Augen keinen TÜV bekommen. Die Massen an Triathleten (etwa 2.500) drängten zu den Bussen, denn es war morgendlich frisch und es regnete in Strömen.

Beim Schwimmstart angekommen regnete es weiter, es war einfach nur kalt und nass. Die einzig trockenen Phasen waren im Bus und bei den Besuchen der mobilen Sanitärsysteme. Diese hätte Mel sich natürlich gern erspart. Zum ersten Mal freute sie sich aufs Schwimmen. Warmes Wasser (27°C) und anscheinend Strömung von hinten. Und so war es auch – glasklares, warmes Wasser (Neo-Verbot) und Rückenströmung vom Feinsten. Der erste Blick unter Wasser ging zum Seil der ersten Boje – passt. Nun hieß es locker durchschwimmen und sich nicht von der faszinierenden Unterwelt mit den vielen Fischen und absichernden Tauchern ablenken lassen. Und immer Daumen drücken, dass der Magen mitspielt – war ja eh leer, dachte sie sich. Das Schwimmen lief unerwartet gut, ohne Vorkommnisse. Es folgte der Radpart, die stärkste Disziplin, allerdings hielt sich Melanie hier zurück. Auf der flachen Strecke, bestehend aus drei 60km-Runden entlang der Küste, war es anfangs schwer sich zurückzuhalten. Der Kurs macht Bock auf mehr, der Wind stand auch gut. Die Vernunft siegte und so fuhr Sie energieschonend locker ihren Stiefel runter. Aufgrund des zwischenzeitlichen Starkregens blieben die Temperaturen in angenehmen Bereichen, das kam Melanie zu Gute, die unter Wasser stehenden Straßen allerdings nicht. Die ersten beiden Runden liefen gut, auf der dritten Runde fehlte ihr die nötige Energie, so dass sie hier nochmal Tempo rausnahm. Wichtig war das Radfahren zu überstehen und dann hoffentlich auch noch den Marathon zu schaffen, egal wie, zur Not auch gehend. 

Durchnässt aber voller Freude kam sie in die zweite Wechselzone. Ruhig und kontrolliert machte sie sich zunächst läuferisch auf die schöne Strecke, welche entlang der Küste und teils durch die Altstadt San Miguels führte. Schnell merkte sie jedoch, dass ihr komplett die Kraft zum Laufen fehlte. Der Kopf rechnete hoch und runter – 10 km laufen, 1 km gehen, 10 km laufen, usw…. Diese Hochrechnung erledigte sich schnell. Ab km 4,5 musste sie das erste Mal gehen, solche Distanz konnte sie dann auch nicht mehr laufen. Die Laufabschnitte wurden kürzer, die Gehphasen länger. Auf den drei Runden des Laufkurses ist sie gefühlt nur auf der ersten Runde etwas gelaufen, die dritte Runde komplett durchgegangen. Ohne jegliche Energiezufuhr, nur mit etwas Wasser, Cola und Gatorade kann das auch nichts werden. Aber besser so, als auf dem Dixi zu enden – dachte sie sich. Finishen war das Ziel, egal wie. Nach etwa 32 km Gehen und 10 km Laufen überquerte sie, es war bereits dunkel, nach 12:35:53 Std. die Ziellinie. Zurecht verdient, hört auch Melanie „YOU ARE AN IRONMAN!“. Kurze Zeit später hing die verdammt hart erkämpfte Medaille um ihren Hals, dazu gabs noch das Finishershirt. Nun nur noch zurück zum Hotel, unter die Dusche und ab ins Bett, ohne Essen und Trinken, einfach nur schlafen. Eine Erfahrung, die sie so noch nie gemacht hat, sich aber auch nicht noch einmal wünscht. Ohne jegliche Energie noch einen Marathon in einer Zeit von 05:39:01 Std zu absolvieren, ist krass! Kinder macht das bitte nicht nach!!! Das Positive daran ist, so Melanie, es gibt keinen Muskelkater danach und du kommst schnell zu einer Gewichtsabnahme. Nun heisst es gesunden, regenerieren und Pläne und Ziele für 2022 setzen. Anything is possible. 

Melanies Bruder Michael finishte hier mit einer zufriedenen Zeit von 10:03:19 Std., zumal davon mindestens 15 min für einen Schlauchwechsel auf Grund eines Platten draufgingen.                                                                                                                                                                                                              

Beiden Füchsen und auch Michael herzliche Glückwünsche!

Top-Ten-Platzierung in Südafrika für M. Herbst


Ein Bericht von Thomas Koepke:

Mit einer echten Energieleistung zum Ende des Wettkampfes sicherte sich Profi-Triathlet Marcus Herbst (Triathlonfüchse Osterburg) am Sonntag beim Ironman Südafrika eine hervorragende Top-Ten-Platzierung und beendete das Event auf dem neunten Platz. Den Zielstrich überquerte Herbst nach exakt 8:00:31 Stunden. Damit fand ein ereignisreiches Wettkampfjahr nach Höhen und Tiefen für den Altmärker aus Kloster Neuendorf auch einen versöhnlichen Abschluss.

Zunächst bereitete sich Herbst zuvor in einem Trainingslager in Portugal an der Algarve auf den letzten Wettkampfhöhepunkt des Jahres 2021 vor. Und an Südafrika hat der Triathlonfuchs sehr gute Erinnerungen, denn im Jahr 2018 nahm er dort an der Ironman 70.3-Weltmeisterschaft teil und belegte den 12. Platz in einem erlesenen Teilnehmerfeld. „Die Anreise nach Südafrika funktionierte reibungslos. Ich war auch schon eine Woche vorher da, um mich ein wenig zu akklimatisieren. Die Vorbereitung in Portugal lief für mich vielversprechend, von daher war ich vor dem Rennen auch sehr zuversichtlich“, so der Klosteraner und Wahl-Leipziger.

Diesmal hieß es jedoch für Herbst und die anderen Profis, die volle Distanz zu absolvieren – jedenfalls hatten sie das vor. Unter der Woche erschwerten aber starke Winde und Strömungen mit hohem Wellengang die Vorbereitung und Planung des Ironmans. Bereits am Freitagabend war somit klar, dass die Starter deswegen auch nur ein eingeschränktes Schwimmen absolvieren werden. Eigentlich beträgt die Strecke bei einer vollen Langdistanz exakt 3,8 Kilometer. Diskutiert wurde im Vorfeld sogar, das Schwimmen gänzlich abzusagen und einen reinen Duathlon zu absolvieren. Doch der Veranstalter entschloss sich, dass unter diesen schwierigen Bedingungen zumindest ein Halbdistanz-Schwimmen über 1,9 Kilometer angebotenwerden kann. „Mich persönlich hätte die volle Distanz im Wasser nicht einmal gestört. Ich komme bei rauer See und Wind immer ganz gut zurecht im Wasser“, so Herbst.

So gingen die Profi-Männer pünktlich im 6:25 Uhr Ortszeit (5:25 Uhr MEZ) in den Ozean. Marcus Herbst schaffte es gleich, sich einer starken Gruppe anzuschließen. So hing er lange an den Füßen Ferreira (Portugal) und Weiss (Südafrika). Mit nur 40 Sekunden Rückstand auf die absolute Spitze um den Finnen Goesch, den Norweger Petersen und den beiden Franzosen Costes und Jarrige und einem 100 Meter-Schnitt von 1:13 Minuten, stieg der Altmärker nach 23:07 Minuten – ebenfalls noch in der Spitzengruppe befindlich – wieder aus den Fluten. Distanziert hatte er zu diesem Zeitpunkt sogar Sebastian Kienle. Kienle wies nach dem Schwimmen schon einen Rückstand von zwei Minuten auf.

Nach einem ultraschnellen Wechsel in T1, Herbst blieb als einziger Profi unterhalb der Zwei-Minutengrenze, ging es auf das Rad. Dabei ist es kein Geheimnis, dass das die Schokoladen-Disziplin für den Altmärker ist. Schon nach den ersten drei Kilometern hatte sich der Kloster Neuendorfer auf Platz 10 vorgearbeitet und den Rückstand zur Spitze auf eine halbe Minute minimiert. Nur 27 Kilometer später hatte er endgültig zur absoluten Spitze aufgeschlossen. Gemeinsam mit Buckingham(Südafrika), Maurice Clavel (Deutschland), Costes und Petersen rangierte Herbst in guter Gesellschaft auf dem vierten Platz. „Allerdings war der Straßenbelag entlang der Küste aber sehr rau und sogar mit einigen Schlaglöchern versehen. Man musste teilweise sogar aufpassen, dass man die Trinkflasche nicht aus der Halterung verlor. Das war natürlich eine große Aufgabe“, so Herbst.

Die vordere Radgruppe hatte sich nach gut 70 Kilometern bereits auf sieben Fahrer vergrößert. Herbst selbst lag zwischenzeitlich sogar auf Rang zwei. Von hinten verkürzte nun auch Kienle den Rückstand immer weiter und schickte sich an, ganzweit nach vorn zu fahren. Zu der Zeit fuhr dann auch Rasmussen nicht nur nach vorn, sondern sprengte mit seiner Verschärfung auch das Führungsfeld. Gesagt, getan. Knapp vor der 100 Kilometer-Marke waren die drei deutschen Vertreter Herbst, Clavel und Kienle allerdings noch unter den ersten Fünf zu finden.

Während Clavel und Kienle ihren Stiefel „herunter bretterten“, gab es für Herbst dann doch das eine oder andere Problem. Nach Kilometer 150 hatte er bereits zwei Minuten auf die anderen Deutschen verloren. Der Rückstand wuchs zum Ende sogar noch auf gute neun Minuten an. Doch was war passiert? „Mir wurde regelrechtschwarz vor Augen. Ich hatte aufgrund fehlender Verpflegungsstationen und des Wetters irgendwie zu wenig Wasser zu mir genommen. Ich war komplett dehydriert und musste so auch das Tempo komplett rausnehmen und konnte nur noch dahinrollen“, so der Triathlonfuchs. Dennoch kam Herbst auf Position fünf liegend in der zweiten Wechselzone an. „Zu diesem Zeitpunkt war ich vollkommen fertig. Ich hatte keine Ahnung, wie ich in diesem Zustand überhaupt noch einen Marathon absolvieren sollte, oder das überhaupt irgendwie schaffen könnte. Ich war körperlich, mental und physisch komplett hinüber“, so Herbst.

Aber der Wechsel in T2 gelang Herbst sehr gut, obwohl er nicht ganz an die Top-Zeiten der restlichen Profis anschließen konnte. Als Fünfter ging es für ihn also auf die Marathon-Strecke. „Hinter so einem Wettkampf steht immer auch ein sehr großer Aufwand. Sicher wäre es einfacher gewesen, einfach auszusteigen, aber ich wollte das Beste daraus machen. Ich bin also erstmal einfach losgelaufen“, so der Altmärker. Herbst stieg mit einer Pace von 4:15 Minuten auf den ersten 10 Kilometern ein und steigerte sich bis Kilometer 18 sogar auf 4:10 Minuten. Damit rangierte er auf dem siebten Platz und steuerte ganz klar einer Top-den-Platzierung entgegen. Ganz vorn hatte indes Sebastian Kienle die Führung übernommen und nach knapp 23 Kilometer schon 1:30 Minuten zwischen sich und Verfolger Maurice Clavel gelegt. Gute 18 Minuten dahinter kämpfte sich Herbst von Kilometer zu Kilometer. Der hatte mit Dominik Sowieja noch einen weiteren Deutschen im Nacken, der ebenfalls eine tolle Leistung ablieferte. Danach musste Herbst weiter Tempo herausnehmen, konnte aber bis ins Ziel den neunten Gesamtplatz absichern.

„Dass es am Ende dann doch noch in einem kontinentalen Rennen ein neunter Platz unter den Top-Ten wird, war eigentlich nicht mehr so zu erwarten. Mein Körper hat sich zwar beim Laufen dann irgendwann wieder gefangen, aber so richtig frisch bin ich nicht mehr geworden. Im Grunde war es eines der besten Ironman-Rennen von mir. Ich bin trotz aller Gegebenheiten sehr zufrieden. Zuversicht gibt mir aber, dass ich die Lücke im Schwimmen weiter schließen konnte. Über den Winter werde ich noch einmal an meiner Nahrungsaufnahme, Flüssigkeitsaufnahme und den Salzgehalt im Körper arbeiten. Auch in Sachen Aerodynamik beim Radfahren ist sicher noch Potenzial vorhanden. Und vielleicht schaffe ich es dann doch noch, im Oktober 2022 auf Hawaii an der Startlinie zu stehen“, lässt Herbst sein großes Ziel nicht aus den Augen.

Am Ende steht das LAUFEN

Der Triathlon setzt sich bekanntlich aus drei Disziplinen zusammen, dem Schwimmen, dem Radfahren und dem Laufen. Das Laufen, als letzte Disziplin, ist für die meisten Triathleten dann auch das Unangenehmste. Wird nur gelaufen, so sieht das schon ganz anders aus, vor allem am Ende einer Saison.

Ist der letzte Triathlon-Wettkampf vorüber, werden die Laufveranstaltungen ins Visier genommen. Auch die Füchse haben sich das ein oder andere Rennen ausgesucht. Ein letzter Formtest oder einfach nur mal Genusslaufen, ohne sich vorher beim Radfahren ausgepowert zu haben.

Triathlonfuchs Volker Noffke ist einer von ihnen. Nachdem er Anfang September bei der „Hölle von Q“ finishte, nur eine Woche später beim Kyffhäuser Marathon an den Start ging, hatte er sich für den 02. Oktober eine ganz harte „Nummer“ vorgenommen. Der Supermarathon beim Rennsteiglauf, der Mythos im Osten, sollte es werden. Ein Unmöglich gibt es nämlich nicht, so hat es Volker bei den Füchsen gelernt. Viel Ehrgeiz, Beharrlichkeit und Trainingsdisziplin führen zum Ziel!

Früh am Tag, quasi noch im Dunkeln, ging es mit empfohlener Stirnlampe vom Eisenacher Marktplatz auf die Strecke. Erstes Zwischenziel war der Große Inselberg, stetig leicht bergauf, nach ca. 25 km mit 800 HM in den Beinen souverän erreicht. Volker lief alle Verpflegungsstellen an, neben Getränken und Obst, gab es auch Müsliriegel, Haferschleim, Schmalz- und Käsestullen und sogar Bratwurst. Die Gefahr hier länger zu verweilen war groß, der Ehrgeiz zu finishen dennoch größer. Er ließ die Bratwurst links liegen und entschied sich für den Haferschleim mit Heidelbeeren und Orangen, denn das gab wieder Kraft. Die Laufstrecke führte nun über den Gipfel des Thüringer Waldes, nicht steil aber immer bergauf und bergab. Von Langeweile war hier keine Spur, denn sogar der „Grenzadler“ befand sich an der Strecke. Hier, wo sich auch das Biathlonzentrum Oberhof befindet, gab es die Möglichkeit mit einer Wertung nach 55 Laufkilometern auszusteigen – das wäre dann der Ultramarathon gewesen. Aber für halbe Sachen sind die Füchse nicht bekannt, wenn schon denn schon – weiter ging es also. Auch wenn der Körper, gerade die Knie, nicht mehr so wollten, konnte sich der Kopf durchsetzen. Auf viel Schotter, dem entsprechend etwas langsamer, zog Volker dennoch durch und konnte auch die letzten sehr harten 19 km absolvieren. Nach insgesamt 74 km überquerte er mehr als überglücklich und zufrieden die Ziellinie. Nach der Zeit fragt keiner, die ist hier völlig irrelevant. Wer die Medaille um den Hals gehangen bekommt, ist SIEGER – das ist Volker definitiv. Seine Zielzeit kann er zudem auch noch vorzeigen, mit 11 Std. 28 Min. 12 Sek. landete er auf dem 739. Platz der Gesamtwertung und wurde 113. in seiner AK 55. Riesenrespekt vor dieser Leistung – zahllose Glückwünsche trudelten bei ihm ein. Das Füchseteam ist stolz auf Dich, Volker!

Wenn auch nicht so weit und hoch hinaus , so zeigten eine Woche später unsere Füchse Siegmar Kirchner, Torsten Schaaf und Steffen Herms ebenfalls eine starke Vorstellung beim Magdeburger Halbmarathon.

In diesem Jahr, Corona geschuldet, wurde der Halbmarathon an zwei Tagen mit jeweils drei unterschiedlichen Startzeiten ausgetragen. Torsten und Steffen entschieden sich für einen Start am Sonntag. Siggi meldete kurzfristig auch für den Sonntag. Und wie es der Zufall will, gaben alle drei die gleiche Startzeit an. Nach kurzer Enttäuschung über die fehlende Marathonmesse, den nur wenigen Läufern vor Ort und dem sehr überschaubaren Gelände, kam dann doch noch das ersehnte Lächeln beim zufälligen Zusammenkommen aller drei Füchse kurz vor Beginn.

Beim Rollingstart begaben sich Torsten und Steffen gleich nach Siggi auf die Laufstrecke. Die beiden wollten den Lauf zum Saisonende locker angehen und genießen. Im Gegensatz zum Genuss blieb es nicht beim lockeren Lauf. Siggi machte von Beginn an Druck und zog die beiden quasi mit. Schnell fanden sie einen guten Rhythmus und konnten diesen über die gesamte Strecke beibehalten. Siggi, etwas schneller unterwegs, zog ebenso sein Ding über die vier zu laufenden Runden durch den Rothehornpark durch. Ein Heimspiel für ihn, war es doch seine Hausstrecke. Schon früh stellten alle drei fest, dass es nach den vier Runden kein ganzer Halbmarathon sein wird. Und so entschied sich Siggi noch vor dem Überqueren der Ziellinie eine kleine Extrarunde im Park zudrehen. Steffen und Torsten liefen nach Überqueren der Ziellinie einfach noch weiter und machten so die 21,1 km voll. Auch wenn alles in abgespeckter Form stattfand, so war es doch ein gelungener Wettkampf mit schöner Strecke, vielen anfeuernden Zuschauern, bestem Spätsommerwetter und natürlich Topzeiten unserer Füchse. Siggi schaffte es aufs Podium in seiner Altersklasse. Mit einer Zeit von 01:40:38 wurde er 67. in der Gesamtwertung und zweiter in der AK65 – auch hier Chapeau Siggi! Stark finishten auch Torsten und Steffen, mit Zeiten von 01:46:17 bzw. 01:46:16. Glückwunsch allen drei Füchsen!

Siegmar Kirchner: 01:40:38 / 67. Platz / 2. Platz AK 65

Steffen Herms: 01:46:16 / 106. Platz / 20. Platz AK 50

Torsten Schaaf: 01:46:17 / 107. Platz / 20. Platz AK 45

Christian Kallus und Ronald Schaffer wollten es bei den Braunschweiger Lauftagen, am 31. Oktober noch einmal wissen. Ronald startete auf der Halbmarathonstrecke, sein Ziel war PB, möglichst unter 01:30 Std.. Christians Ziel war ebenfalls PB, unter 03:00 Std. mit einem Auge auf die 02:50 Std., allerdings auf dem Marathon. 

Für Christian ging es mit vielen sportlichen Polizisten auf die Marathonstrecke, denn zeitgleich fanden hier deren Deutsche Polizeimeisterschaften über den langen Kanten statt. Füchsin und Polizistin Melanie Wiechert hätte auch am Start sein sollen, sagte aber nach reiflicher Überlegung ab, schließlich steht ihr noch ein IRONMAN-Wettkampf bevor und dort braucht sie noch ein paar Körner. Direkt mit dem Start schloss sich Christian einigen hochkarätigen Polizeiläufern an. Sie waren zügig unterwegs, vielleicht sogar etwas zu zügig. Trotzdessen wollte Christian nicht abreißen lassen, denn dann wäre es ein einsamer Lauf geworden. Anfangs noch alles gut, musste er bei seiner Zwischenzeit (HM in 01:22 Std.) feststellen, dass es wohl doch ein wenig zu schnell war. Nicht mehr lange konnte er den Anschluss halten, ließ sie ziehen und war das ein oder andere mal von Krämpfen geplagt. Nun hieß es für ihn Durchhalten und nicht übermäßig viel Tempo verlieren. Auch wenn eine PB nicht mehr drin war, wollte er trotzdem gut finishen. Nach 03:02:44 überquerte er als 45. die Ziellinie, 12. in seiner AK – das muss erstmal einer nachmachen. Klasse Leistung – auch wenn er sein persönliches Ziel nicht erreicht hat, kann er nach seiner sehr starken Triathlonsaison zufrieden sein. Wie erwartet ging der Sieg an die Polizei (Fabian Fiedler 02:35:59 Rheinland.Pf), auch bei den Frauen gewann eine Polizistin (Carina Fierek 02:52:59 Nordrhein-Westf.)- sie sind dann eben doch die schnellsten auf der Jagd.

Ronald war am Ende des Halbmarathons mit seiner Laufleistung sehr zufrieden sein, hat er sein persönliches Ziel mehr als erreicht – 01:27:45 standen auf der Uhr. Krasse Zeit – auch ihm Glückwunsch zur vollbrachten Leistung. Und so wie er später schilderte, wäre sicherlich noch etwas mehr drin gewesen. Naja, die nächst:e Saison kommt und neue Ziele/Zeiten werden angepeilt. Wir sind gespannt. Übrigens lief der Sieger über den Halbmarathon nach einer Zeit von 01:14:45 Std. über die Ziellinie.

Allen Füchsen hier nochmal herzlichste Glückwünsche zu euren tollen Ergebnissen, schnelle Erholung und baldige Lust auf neue Ziele.

#trifuchsmussmansein

Alle Ergebnisse zu den Läufen findet ihr hier: Rennsteiglauf, Magdeburger Marathon/HM, Braunschweiger Lauftage

SPENDENAKTION rollt an

Nun hat unser Aufruf Radkleidung und Fahrradteile für Radsportler in Gambia und Ecuador zu sammeln, schon zu ersten Ergebnissen geführt. Zahlreiche Füchse haben Ihre Schränke, Garagen, Keller und Werkstätten durchforstet und waren vielleicht selbst überrascht, was dabei alles so zum Vorschein kam. Auch von weiter weg sind schon Spenden eingetroffen, so aus Leipzig, Hamburg, … und sogar von Mallorca. Und auch die Lokal-Presse weiß Bescheid und wird noch einen Artikel hierzu veröffentlichen. Ein GROSSES DANKESCHÖN schon mal an alle, die sich hier einbringen.

Wir planen die Sammelaktion bis zum 09.01.2022. Und dann werden wir die Spenden Wolfgang Brandl überreichen. Er ist der Kopf hinter dieser Aktion. Da Wolfgang selbst immer wieder Spenden für die Radsportler in Afrika und Mittelamerika sammelt, werden wir Dinge, die uns nach dem 09.01.2022 erreichen, per Paket zu ihm weitersenden.

Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden. Eure Füchse

Hier kommt ihr zu unserem ersten Aufruf.

Herbst holt sich den letzten Schliff in Portugal

Ein Bericht von Thomas Koepke:

Profi-Triathlet Marcus Herbst hat seinen Wettkampfplan für das restliche Jahr 2021 festgezurrt und sich dabei auch noch für ein weiteres Wettkampf-Highlight entschieden. Ende November wird der Kloster Neuendorfer (Osterburger Triathlonfüchse) beim Ironman Südafrika starten und einen erneuten Versuch unternehmen, um eines der begehrten Tickets für die WM auf Hawaii zu ergattern.
Doch zunächst stand für den Wahl-Leipziger erstmal Regenration an – auch im mentalen Bereich, denn das Erlebte bei der 70.3-WM in Utah, das am Ende in einer Disqualifikation endete (Volksstimme berichtete) zerrte dann doch mächtig an den Nerven. „Die Zeit habe ich auch gebraucht, um das alles zu verarbeiten und zu analysieren. Wer genau wissen möchte, woran es lag und was die Ursachen waren, dem empfehle ich meinen Podcast Aloha Kalle. Dort beschreibe ich es, denke ich, ganz gut. Ich war nach den ganzen Reisestrapazen in diesem Jahr auch echt froh, im September und Oktober wieder mal in der Heimat zu trainieren. Ich konnte dort auch meine besten Trainingsblöcke in diesem Jahr absolvieren“, informiert Herbst, der sich nun auf die anstehenden Aufgaben konzentriert.
In der vergangenen Woche tankte Herbst in der altmärkischen Heimat etwas Energie. „Ich habe dort meine Familie besucht, nur leichtes Training absolviert, oder den einen oder anderen Partner getroffen, um Gespräche zu führen, wie meine Pläne für das kommende Jahr sind“, so Herbst. Und ein großes Ziel dabei ist eben die WM in Kona auf Hawaii.
Doch nun gilt erstmal dem Ironman Südafrika die volle Konzentration. Dazu reiste der Triathlonfuchs am Sonntag per Flugzeug für zweieinhalb Wochen an die Algarve nach Portugal, um sich dort gezielt für den Wettkampf vorbereiten zu können. „Der Wettkampf findet dann am 21. November statt, und es sind auch einige Top-Athleten anzutreffen. So haben zum Beispiel Sebastian Kienle, Nils Frommhold oder auch einige andere gemeldet“, so Herbst. Der Osterburger Triathlonfuchs möchte dort natürlich dann einen ähnlich guten Tag wie in Tulsa (USA) oder Frankfurt erwischen, um vorn mitmischen zu können. Beim Wettkampf selbst geht es dann um zwei Hawaii-Tickets. „Ich würde mich natürlich riesig freuen, wenn ich eines davon ergattern könnte. Ich bin da auch relativ zuversichtlich und habe viel investiert“, so der Altmärker.
Allerdings ist das noch nicht das Ende der Jahres-Fahnenstange für Herbst. „Ich habe auch noch die Weltrangliste im Blick. Dort rangiere ich derzeit auf Platz 89 und möchte mich weiter verbessern. Je nachdem wie es dann in Südafrika gelaufen ist, peile ich eventuell noch einen 70.3-Wettkampf in Kalifornien (USA) im Dezember an, um dann noch den Sprung in die Top-50 der Welt zu schaffen“, so Herbst. Fest steht das allerdings noch nicht, es könnte auch nach Südafrika direkt in die Ruhephase gehen. 
Auch im Training selbst hat der Triathlonfuchs noch einmal einiges verändert, um noch spezifischer vorbereitet zu sein. Gerade in den intensiven Blöcken und hohen Geschwindigkeiten möchte Herbst mehr Beständigkeit und Ausdauer aufbauen. „Das tut mir selbst als Athlet gut und ich könnte sicher davon profitieren“, schätzt der Altmärker ein, der nun erstmal in der Sonne von Portugal sein Training abspulen wird, ehe es dann nach Südafrika geht.

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